Über Knotenpunkt

Ich bin ChristophB und habe den größten Teil eines langen Berufslebens in der IT verbracht. Davor: ein paar Semester BWL (Betriebswirtschaftslehre), dann ein Diplom in Sozialpädagogik und zwei Jahre im sozialen Bereich. Danach der Wechsel zur Technik – erst als Administrator, acht Jahre als IT-Manager, heute wieder als Admin. Das ist kein Rückschritt, sondern eine Entscheidung: näher an der Technik als an den Tabellen über der Technik.

Diese Umwege sind kein Zufall, und ich glaube, sie erklären, warum es Knotenpunkt gibt. In der BWL lernt man, nach Kosten und Nutzen zu fragen: Wer trägt das Risiko, wer kassiert den Gewinn? In der Sozialpädagogik lernt man, auf die zu schauen, die in keiner Bilanz auftauchen – die Menschen am Ende der Kette. Und in der IT sieht man, wie die Systeme von innen funktionieren, die heute über beides entscheiden. Drei Blickwinkel auf dieselbe Sache. Dort, wo sie sich kreuzen, wird es interessant.

Ich rede außerdem nicht erst seit ChatGPT über Technik. Ich habe über die Jahrzehnte mehrere Wellen miterlebt – das Internet, das Web, die Cloud, jetzt die KI. Jede sollte alles verändern, manche taten es, viele nicht. Das macht einen vorsichtiger gegenüber großen Versprechen, ohne den Reiz der Sache zu verlieren.

Was mich antreibt, ist eine Mischung aus drei Dingen: ein altes Interesse an philosophischen Fragen, eine Faszination für Technik und eine wachsende Verwunderung über das, was gerade gesellschaftlich passiert.

Diese Verwunderung lässt sich an Fragen festmachen, die ich ehrlich nicht beantwortet bekomme – jedenfalls nicht von den Schlagzeilen. Wie kommt ein Donald Trump zu solcher Macht? Warum wächst der Zuspruch zur AfD (Alternative für Deutschland)? Und die Frage darunter, die mich am meisten umtreibt: Was ist Wahrheit eigentlich noch wert? Gibt es sie als gemeinsame Grundlage überhaupt noch, oder gewöhnen wir uns an eine Welt, in der „alternative Fakten“ ein hinnehmbarer Satz geworden ist?

Ich behaupte nicht, die Antworten zu haben. Aber ich habe einen Verdacht, wo ein Teil davon liegt – und er hat mit meinem Fachgebiet zu tun. Diese Entwicklungen passieren nicht im luftleeren Raum. Sie passieren auf Plattformen, deren Empfehlungssysteme Empörung belohnen, weil Empörung die Verweildauer erhöht. Sie werden befeuert von einer Aufmerksamkeitsökonomie, die nicht danach fragt, ob etwas wahr ist, sondern ob es klickt. Wer verstehen will, was mit unserer öffentlichen Wahrheit passiert, kommt an der Technik dahinter nicht vorbei.

Genau das will dieser Blog leisten: die Fäden sichtbar machen, die Technik, Wirtschaft und Gesellschaft verbinden. Ich bin kein Wissenschaftler und kein Journalist. Ich bin jemand, der Technik von innen kennt, der gelernt hat, nach dem Geld und nach den Menschen zu fragen, und der gründlich liest, bevor er etwas behauptet. Mehr verspreche ich nicht. Aber weniger auch nicht.

Kein Kommentar ohne Kontext. Das gilt auch für mich.